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Geschichte der Radiofabrik (Langversion)

Ein wichtiges Stück Salzburger Mediengeschichte

Die Radiofabrik, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich im Laufe ihrer Existenz stetig weiter. Aufgabe des Senders ist es, Homebase und Sprachrohr für die Salzburger Zivilgesellschaft - das Andere Salzburg - zu sein, dafür moderne Infrastruktur und Know-How anzubieten und dabei auf Medienfreiheit und Freie Meinungsäusserung zu achten.

Das Ergebnis: zweifellos eine Erfolgsgeschichte.



1992 – 1993 PiratInnenphase

Seine Wurzeln hat das Freie Radio Salzburg in dem Piratenradio Bongo 500. Ab 23. November 1992 wurde einmal pro Woche montags ab 19.00 Uhr von einem der umliegenden Berge aus gesendet. Bereits am zweiten Sendetag, dem 30. November 1992, wurde mit einem Polizeieinsatz gegen die RadiomacherInnen vorgegangen: Ein 20-mannstarkes Einsatzteam beschlagnahmte eine Antenne, eine Autobatterie, Ausweise und „diverses Kleinzeug“.

Die Piratentätigkeit war, wie in den anderen Bundesländern, von Anfang an mit dem politischen Konzept der Durchsetzung von legalem Freien Radio verbunden.
Unterstützt wurden die AktivistInnen auch von Seiten der Politik; der damalige Vizebürgermeister Johann Padutsch sprach sich sogar für einen Pilotversuch Bongo500 aus. Im Sommer 1993 kam es zur endgültigen Beschlagnahmung des Senders, woraufhin der Radiobetrieb eingestellt wurde.

Radio Bongo - 2. Sendung (1992):
Flickr-Set "Radio Bongo":

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Radio Bongo 500 - Salzburgs erster freier Sender (Jimi Vogel, Blätterteig Nr. 15, Frühjahr 1995)

http://www.mediaweb.at/blaetterteig/bt15a9.html

Von Jimi Vogel

Nichtkommerzielles Radio - in Wien seit 1991 eine Art institutionalisierte Gegenkultur zum Angebot des ORF - findet seit vergangenem November auch in der Stadt Salzburg seine Anhänger, Kritiker und Verfolger. Rund 20 autonome Kulturschaffende errichteten eine nichtkommerzielle, unabhängige Lokalradiosstation. Gesendet wird vorerst jeden Montag ab 18 Uhr auf der Frequenz 101,7 MHz.

"Monopole sind da, um gebrochen zu werden", so das Motto der RadiomacherInnen. Sie versuchen mit wöchentlich 30 bis 45 Minuten Alternativprogramm zum "ORF-Einheitsbrei", eine neue Qualität in die politische und kulturelle Diskussion auf lokaler Ebene einzubringen. Das Sprektrum medial vermittelter Meinungen soll erweitert werden. Die AktivistInnen sehen ihr Radio "vor allem als ein Sprachrohr gesellschaftlich unterrepräsentierter Gruppen".

Seit einem "überzogenen" Post- und Polizeieinsatz am 30. November 1992 pochen die BetreiberInnen von "Bongo 500" verstärkt auf Anonymität. Ein Großaufgebot von 30 Beamten spürte damals fünf Verdächtige am Salzburger Gaisberg auf. Sie konnten das Corpus Delicti, den Sender nicht ausfindig machen. Die Aktion entpuppte sich für die PiratInnen im nachhinein gesehen als Glücksfall. Lohn der stundenlangen Verhöre durch die Exekutive waren zahlreiche Pressemeldungen. Der Leitartikel in den Salzburger Nachrichten hatte das Projekt "Radio Bongo 500" bereits wenige Wochen nach seiner Initiierung zu einer lokalen Berühmtheit macht.

Inhaltlich setzen die jungen RadiomacherInnen auf kritische Textbeiträge zu regionalen, politischen und kulturellen Themen. Das Musikprogramm bestreiten zum Großteil nicht-arrivierte Bands . Live Mitschnitte von Underground-Konzerten sind ebenso zu hören wie unveröffentlichte Nummern hoffnungsvoller Salzburger Nachwuchsgruppen. Technische Unzulänglichkeiten und die Hartnäckigkeit der Fernmeldeüberwachung führen dazu, daß im Schnitt jede dritte Sendung ihr Auditorium nicht oder nur teilweise erreicht. Der Ankauf eines weiteren Senders soll die regelmäßige Ausstrahlung des Programms in Zukunft sichern.

Der Salzburger Vizebürgermeister Johann Padutsch von der Bürgerliste tritt für die Tolerierung von "Radio Bongo 500" "in einer Art Pilotversuch" ein. Wie das nach der derzeit geltenden Gesetzeslage möglich sein kann, ist ihm unklar.

Die Frage, ob Bongo 500 bereits als Radio bezeichnet werden kann, bejaht Publizistik-Vorstand Prof. Michael Schmolke. Trotz nur einmaliger Ausstrahlung pro Woche und unterschiedlicher Empfangsqualität hätte es mit Radio "schon zu tun. Rechtlich definiert ist es Radio, sonst würde es nicht verfolgt." Friedrich Urban, Intendant des ORF-Landesstudios Salzburg, sieht die bisherigen Aktivitäten Bongos als "einen lustigen Spaß, der mit Radio noch nichts zu tun hat." Für die Zukunft prophezeit er kaum Besserung. "Es wird bei einem dualen System bleiben. Die Gruppe bräuchte Geld, um das zu ändern - sie wird aber keines bekommen."

Die Salzburger Publizistik-Professoren Michale Schmolke und Hans Heinz Fabris fordern gemeinsam mit ihren KollegInnen am Institut "eine möglichst rasche Legalisierung der freien Radios, um der Verwaltungskriminalisierung von freier Kulturarbeit in Österreich ein Ende zu setzen."

Radio Bongo 500 sendet weiterhin montags ab 18 Uhr auf der Frequenz 101,7 MHz. Die Fangemeinde wird immer größer. Das Salzburger "Radio der etwas anderen Art" ist aus der lokalen Funklandschaft nicht mehr wegzudenken. Die BetreiberInnen hoffen auf die Legalisierung ihres Senders durch die angekündigte "Radioliberalisierung". Bis dahin lassen sie sich auch von den angedrohten Geldstrafen nicht abbringen, Woche für Woche gegen das herrschende Fernmeldegesetz zu verstoßen. "Wir übertreten bewußt Gesetze, um unser demokratisches Recht auf freie Meinungsäußerung zu wahren. Das Recht, nicht nur zu empfangen, sondern auch senden zu können", wie ein Bongo-Aktivist die Philosophie der RadiomacherInnen wiedergibt.

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1993 – 1998 Legalisierungsphase

Um eine Lizenz zu beantragen, wurde im Frühjahr des Jahres 1993 der Verein Freies Radio Salzburg gegründet. An die Öffentlichkeit trat der Verein zu dieser Zeit mit medienpolitischen Aktionen, z.B. kritischen Stellungnahmen zum damaligen Regionalradiogesetzesentwurf. Darin wurde bereits damals ein Fond eingefordert, dersich aus Werbeabgaben der kommerziellen Anbieter speist und die Betriebskosten finanzieren sollte.

Im Jahr 1994 bewarb sich der Verein Freies Radio Salzburg um die Regionalradiofrequenz für Salzburg, dies aber erfolglos. Die Frequenz wurde dem kommerziellen Radio Meldody zugesprochen. Daraufhin löste sich der Verein aus Perspektivlosigkeit eine eigene Sendelizenz zu erhalten inoffiziell auf und existierte nur noch auf dem Papier.

Als im Frühjahr 1997 zwei Lokalradiofrequenzen für die Stadt Salzburg ausgeschrieben wurden, trafen sich einige ehemalige RadioaktivistInnen, um eine eventuelle Bewerbung zu besprechen. Da es aber nicht gelang, eine einheitliche Bewerbung als Verein einzureichen, bewarb sich der ehemalige Aktive Wolfgang Hirner als Einzelperson neben zwölf Mitbewerbern um die kleinere Frequenz 107,5 MHz.
Aufgrund politischer Interventionen wurde die Lokalradio Salzburg GmbH (später Radio Arabella) aufgefordert, für den Erhalt der Sendelizenz einen Konsens mit Wolfgang Hirner erreichen. Ihm wurde schließlich in einem Einigungsverfahren ein fünfstündiges Sendefenster, Mittwoch ab 20.00 Uhr, bei Radio Arabella auf der Frequenz 94,0 zugesprochen.
Das auf einen 24-Stunden-Sendebetrieb ausgerichtete damalige Konzept für Freies Radio in Salzburg stützte sich neben den Ansprüchen der Nichtkommerzialität, Werbefreiheit und Zugangsoffenheit auch auf ein in fünf Bereiche unterteiltes Programmschema.

Dieses war gegliedert in 1. Redaktionen (Schüler, Sport,Nachrichten und Musik), 2. Unterrepräsentierte Gruppen (AusländerInnen, Behinderte, Lesben, Schwule, Frauen), 3. Kulturinitiativen, 4. Bildung und andere VeranstalterInnen (Universität, Volkshochschule, Konsumentenschutz, Stadtteilinitiativen etc.), 5. Offener Kanal (BürgerInnen können in Eigenregie Sendungen gestalten).
Ausgegangen wurde von einem jährlichen Betriebsbudget von rund 1.500.000 ATS, als Einnahmequellen sollten das Abosystem, Beiträge von Institutionen, Veranstaltungen und Subventionen dienen.

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1998 – 2002 Aufbauphase

Ab 6. Juli 1998 wurde das Sendefenster bei Radio Arabella von dem, Anfang des Jahres 1998 neu gegründeten Verein Freier Rundfunk Salzburg unter dem Namen Radiofabrik betrieben. Die Büroräumlichkeiten befanden sich zu dieser Zeit in der Salzburger Innenstadt, gesendet wurde aus dem Studio von Radio Arabella, das seine Infrastruktur zur Verfügung stellte. Das eingereichte Programmkonzept konnte aber – mit Ausnahme der drei Grundprinzipien – aufgrund der Beschränkung auf fünf Stunden Sendezeit pro Woche nicht realisiert werden.

Daher wurde während des zweimonatigen Probebetriebs ein neues Programmschema entwickelt, das ab dem offiziellen Sendestart am 7. Oktober 1998 praktiziert wurde:
Von 20.00 bis 21.00 Uhr waren wöchentlich wechselnde Magazine zuhören, u.a. ein Magazin der Redaktion der Obdach- und Arbeitslosenzeitung Asfalter, ein Frauenmagazin, eine Sendung für österreichische Musik und Salzburger Bands und eine World-Music-Sendung. Im Anschluss wurde ein in serbokroatischer Sprache moderiertes Musikwunschprogramm gesendet, das zeitweise bis zu 20 Call-Ins verzeichnen konnte. Bis 23.00 Uhr ging das „Stadtmagazin“ mit Themen aus dem Bereich Salzburger Kultur, Politik und Gesellschaft on Air, danach hatten im „Open House“ bis 24.00 Uhr Personen, deren Programm sich inhaltlich nicht in die bestehenden Redaktionen einordnen ließ, die Möglichkeit zu Wort zukommen. Den Abschluss bildete das einstündige „Music-Special“, in dem verschiedene Musikrichtungen von Blues bis Heavy Metal vertreten waren.

In den ersten fünf Monaten beteiligten sich insgesamt über 100 Personen an der Entstehung des Radioprogramms, rund 30 Personen arbeiteten regelmäßig mit. Deklariertes Ziel war es seit damals, möglichst vielen Personen die Möglichkeit und das Know-How zum Radiomachen zu geben. Die meisten ProgrammmacherInnen kamen jedoch aus dem studentischen oder akademischen Bereich.

In dieser Phase wurden von den MitarbeiterInnen Projekte entwickelt, die in den kommenden Jahren zu einem fixen Bestandteil der Arbeit und des Programms des Freien Radios werden sollten. Beispielsweise die Jugend-Welt-Workshops, bei denen in Zusammenarbeit mit der Südwind-Agentur an verschiedenen Salzburger Schulen Sendungen zu entwicklungspolitischen Themen produziert wurden. Aus Kooperationen mit lokalen NGOs (u.a. Amnesty International, Afro-Asiatisches Institut, Friedensbüro, Städtepartnerschaft Salzburg-Singida und Leon) entstand der Weltkanal, eine Radiofabrik – Freies Radio Salzburg 102 15minütige Sendung, die von MitarbeiterInnen der NGOs mit Unterstützung der Radiofabrik eigenständig produziert wurde.
Auch der Bereich Jugendradio wurde forciert. Unter dem Motto „Dein Programm bist du selber“ bietet die Radiofabrik seit September 1999 Jugendlichen und Schulklassen in monatlichen Radio-Workshops die Möglichkeit, eigenständig Sendung zu produzieren. Dabei soll den Jugendlichen nicht nur Medienkompetenz vermittelt werden, sondern auch kreatives Denken, Teamarbeit, Kommunikation, selbständiges Arbeiten und Flexibilität.

Im Jahr 1999 wurden weitere Salzburger Jugendgruppen in Workshops eingeschult, u.a. die Jugendzentren MARK und Corner, die bis dato regelmäßig Sendungen im Programm der Radiofabrik gestalten. Das Jugendradio wurde im Herbst 2001 schließlich zu einer eigenen Jugendredaktion ausgebaut.
Ein weiteres damals entstandenes Projekt ist die Sendung Frauenzimmer, die mittlerweile seit über fünf Jahren in Zusammenarbeit mit lokalen Frauenorganisationen und –institutionen spezielle Frauenthemen aufgreift. 1999 bekamen auch die ersten Salzburger Kulturstätten, das Literaturhaus und das Rockhouse, einen Sendeplatz im Programm der Radiofabrik, im Jahr 2000 kamen die ARGEkultur und das Jazzit hinzu.

Seit 2000 wird mit dem Cinemaphon - „Das Kino“ zum Hören eine regelmäßige Kino-Rubrik in Zusammenarbeit mit dem Filmkulturzentrum Das Kino gestaltet.

Im Herbst des Jahres 1999 wurde mit Hilfe ehrenamtlicher MitarbeiterInnen ein eigenes Sendestudio in einem Container vor der Kulturstätte ARGEkultur im Nonntal eingerichtet. Die Zahl der SendungsmacherInnen stieg konstant an, sodass die fünf Stunden Sendezeit in immer kleinere Einheiten zerteilt werden mussten und bald nicht mehr ausreichten, um alle Interessierten einbinden zu können. Dem Programm konnte ein fixes, wieder erkennbares Schema gegeben werden, das aus den Bestandteilen Frauenzimmer, Magazin, Weltkanal, Jugendschiene, Musikschiene und Südslawisches Programm bestand.

Zum Jahreswechsel 1999/2000 wurde zwei Wochen lang mit MillenniumRadio Y2K Eventfunk auf der damals noch ungenutzten Frequenz 107,5 MHz betrieben, um den Anspruch auf eine eigene Frequenz zu unterstreichen. Radiofabrik-MitarbeiterInnen entwickelten in zwei Monaten Vorbereitungszeit ein 24-Stunden-Programm, die dafür nötigen technischen Voraussetzungen, Werbe- und PR-Maßnahmen. Insgesamt konnten für dieses Projekt rund 35 Organisationen und Institutionen sowie Hunderte Einzelpersonen (u.a. Künstler und Kulturschaffende, Jugendliche, SeniorInnen etc.) gewonnen werden, die Radiosendungen im Rahmen des MillenniumRadios Y2K gestalteten.

Dem Pressespiegel des Jahresberichts der Radiofabrik aus dem Jahr 2000 lässt sich entnehmen, dass das Echo von Seiten der Medien und der Bevölkerung auf den Eventfunk äußerst positiv ausfiel.

Im Jänner 2000 wurde erstmals eine Sendungsmacherin der Radiofabrik für den „Radiopreis der Erwachsenenbildung für Hörfunksendungen“ 1999 in der Sparte Kultur nominiert. Alle anderen elf nominierten Sendungen waren Ö1-Produktionen.

Jahresberichte 1999 - 2001
Flickr-Set "Radiofabrik 1998"
Flickr-Set "Radiofabrik 1999"

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2002 – 2005 Konsolidierungs- und Etablierungsphase

Als im Sommer 2000 die Frequenz 107,5 MHz für die Stadt Salzburg ausgeschrieben wurde, bewarb sich die Radiofabrik erneut. Nach langwierigen Verhandlungen vergab die Privatradiobehörde in ihrer letzten Sitzung am 29. März 2001 diese Lizenz an eine Anbietergemeinschaft, bestehend aus dem Verein Freier Rundfunk Salzburg und der Objekt Werbung GmbH. Der Evangeliumsrundfunk erhielt zwei Stunden Sendezeit pro Woche im Programm der Radiofabrik. Werktags sendete die Objekt Werbung von 5.00 bis 13.00 und 14.00 bis 18.00 Uhr kommerzielles Programm, die Radiofabrik gestaltete ab 6. Jänner 2002 die restliche Zeit mit nichtkommerziellen Inhalten: An Werktagen von 13.00 bis 14.00 und 18.00 bis 5.00 Uhr, am Wochenende rund um die Uhr.

Zuvor wurden Mitte des Jahres 2001 fünf zusätzliche MitarbeiterInnen eingestellt und, ausgehend vom bestehenden Programmschema, ein neues Programmkonzept erstellt. Mit neuen Kulturstätten, fremdsprachigen Gruppen oder Musik-Sendungen wurde die Programmvielfalt quantitativ erweitert. Neben den Projekten Jugendradio, Schulradio, Weltkanal und Frauenzimmer wurde im Jahr 2001 eine eigene Sendeschiene für Salzburger Sozialorganisationen eingerichtet, die nun die Möglichkeit bekamen, ihre Arbeit in der Öffentlichkeit zu präsentieren.


Seit dem Sommer 2002 fungiert das Freie Radio auch als Ausbildungsstätte für Studierende des Fachbereichs Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg, die ein zweimonatiges Redaktionspraktikum absolvieren können. Im Herbst 2002 berichtete die Radiofabrik wie im Vorjahr über die Geschehnisse rund um das in Salzburg stattfindende World Economic Forum und bot als Teil eines alternativen Medienzentrums freien JournalistInnen Arbeitsplätze und  Distributionsmöglichkeiten.

Über einen Live-Audiostream wurde die Berichterstattung von fünf weiteren Freien Radios ausgestrahlt.
Ebenfalls ein neuer Fixpunkt der Aktivitäten des Senders stellt das jährliche Radiofabrik-Fest dar, eine Veranstaltung, die unter Mithilfe von ehrenamtlich arbeitenden SendungsmacherInnen und kostenlos auftretenden Bands ermöglicht wird.

Seit 2001 lag ein Schwerpunkt auf dem Ausbau der lokalen Projektarbeit. So konnten im Jahr 2002 eine Vielzahl neuer Projekte in Angriff genommen werden: U.a. war das Freie Radio beim ersten Salzburger Jugendkongress und bei der Science Week vertreten, wie auch beim in Salzburg stattfindenden Frequency Festival tätig. Ein größer angelegtes Projekt im Jahr 2003 war beispielsweise Politische Bildung, in dessen Rahmen Jugendliche ein Jahr lang ein monatliches Radiomagazin zu aktuellen kommunal- und landespolitischen Themen gestalteten. Des Weiteren wurde das Projekt Helfen macht Schule durchgeführt, ein einjähriges soziales Projekt in Zusammenarbeit mit dem Jugendrotkreuz, das darauf abzielte, behinderten und nicht behinderten Jugendlichen das Medium Radio näher zu bringen.

Eine Kooperation auf europaweiter Ebene besteht seit 2003 mit dem Europäischen Freiwilligen Dienst, der junge Menschen aus ganz Europa die Möglichkeit gibt, für bis zu einem Jahr ins Ausland zu gehen und sich dort in einem gemeinnützigen Projekt zu betätigen. Die sogenannten EU-Freiwilligen werden vorwiegend in NGO-Projekten, lokalen Behörden oder Non-Profit-Initiativen im Sozial- und Kulturbereich eingesetzt. Die Radiofabrik nimmt diesen Dienst seit 2003 jährlich in Anspruch.
Zu einer bedeutenden Neuerung bezüglich innerorganisatorischer kam es im Herbst 2003: Neben Erstellung eines Lohnschemas wurden mittels eines Organigramms notwendige interne Hierarchien und Strukturen geschaffen, die Entscheidungsprozesse innerhalb der Organisation erleichtern.

Auch im Jahr 2002 wurde eine Sendungsmacherin mit einer Radioproduktion für den „Radiopreis der Erwachsenenbildung“ nominiert, eine weitere Sendungsmacherin wurde für ihre wöchentliche Sendung Sinas Dorf mit dem „Innovationspreis des Landes Salzburg“ 2002 ausgezeichnet. Für den Europäischen Rundfunkpreis „Prix Europe“ wurde der Programmkoordinator der Radiofabrik mit seiner Ö1-Journal-Panorama-Produktion „Der Kessel von Salzburg“ nominiert.

Die Radiofabrik gewann im Jahr 2003 drei Preise: Den „Kulturpreis für Menschenrechte und Integration“ der Salzburger Grünen für das Radiofeature „Schwarzer Block, Weißer Block, Pink and Silver. Hörbilder zur Salzburger Demonstrationskultur 2001 bis 2003“, das ebenso für den „Radiopreis der Erwachsenenbildung“ nominiert wurde. Das „Europasiegel für innovative Sprachenprojekte“ erhielt der Sender für sein integratives, mehrsprachiges Radioprogramm. Weiters gewann die Radiofabrik den „Salzburger Landespreis für Kulturarbeit 2003“ für die „wichtige Funktion als Multiplikator für die Kultur und zwar sowohl grenzüberschreitend als auch Generationen übergreifend. Hervorzuheben ist auch“, so heißt es in der Begründung der Jury, „die unbeirrbare Pionierarbeit und der hohe persönliche Einsatz der Protagonisten dieses Vereins sowie die kulturelle Vielfalt und die Qualität der Sendeformate.“


In der Liste der Top Salzburger – jährlich veröffentlicht von der Wochenzeitung Salzburger Fenster – rangierten im Jahr 2003 der Geschäftsführer und Redaktionsleiter stellvertretend für die Radiofabrik auf Platz 26.

Schwarzer Block, Weisser Block, Pink and Silver. Kulturpreis f. Integration & Menschenrechte 2003. Gestaltung: Georg Wimmer, Iris Köck

Die Vollfrequenz 2004

Eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte des Senders ist der Erhalt der Vollfrequenz 107,5 MHz. Der kommerzielle Partner Objekt Werbung GmbH stellte nach einem Jahr aufgrund finanzieller Schwierigkeiten den moderierten Radiobetrieb mit 16. Oktober 2003 ein, woraufhin die Radiofabrik die Volllizenz erhielt. Ab 23. Jänner 2004 begann das Freie Radio mit der Ausstrahlung eines reformierten 24-Stundenprogramms, dessen Erweiterung und Optimierung seitdem konstant forciert wurde.
Mit dem Start des täglichen Sendebetriebs war das Radio um Ausbau der internen Redaktion bemüht, um mit einer täglichen redaktionellen Magazinsendung aktuelle, lokale und alternative Berichterstattung zu bieten. Trotz anfänglich begrenzter personeller Ressourcen kann der Anspruch auf eine täglich live moderierte Magazinsendung erfüllt werden, wobei auch die Beschäftigung von PraktikantInnen Niederschlag in der redaktionellen Berichterstattung findet. Durch den Zuwachs an verfügbarer Sendezeit konnte außerdem nicht nur die Quantität des Programmangebotes gesteigert werden, die Sendungen selbst gewinnen aufgrund der wachsenden Routine der SendungsmacherInnen und des Feedbacks der MitarbeiterInnen des Senders zunehmend an Qualität.

Europaweite Aktivitäten und Kooperationen mit Partnerorganisationen aus verschiedenen EU-Ländern und Beitrittskandidaten wurden ab dem Jahr 2003 verstärkt.

2004 konnte die Radiofabrik insgesamt elf Projekte realisieren. Eines der großen EU-Projekte war Roaming Reporters, an dem sich neben der Radiofabrik zwei weitere Partner aus Italien und Griechenland beteiligten. Im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten Projekts InfoCast gestalteten junge Menschen einstündige Sendungen zu jedem Beitrittskandidaten der EU, ausgestrahlt wurden die Produktionen von zehn Partner-Radios in Österreich und Deutschland. Weiters wurde das einjährige Projekt Jugendkultur damals und heute durchgeführt. Hier produzierten Schulklassen Radiofeatures mit dem Ziel, den Dialog zwischen den Generationen zu fördern.

Im März 2005 startete in Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer Salzburg das Projekt Culture Space Pilot, das sich an Lehrlinge richtet und ihnen die Möglichkeit gibt, neben Film und Internet auch das Medium Radio in mehreren aufbauenden Workshops kennen zu lernen.

Augenmerk wurde 2004 auf den quantitativen und qualitativen Ausbau des Schulungs- und Workshop-Bereichs gelegt, intensiviert wurde die Zusammenarbeit mit Schulen. Als Kooperationspartner konnten 2004 auch Hochschulen gewonnen worden: In enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kommunikationswissenschaft wird im Rahmen einer Lehrveranstaltung die Sendung CampusRadio produziert, die sechsmal pro Semester auf der Radiofabrik ausgestrahlt wird. Eine ähnliche Kooperation wurde mit der Fachhochschule Salzburg aufgebaut, deren Radiosendung ging im Mai 2005 erstmals on Air.

Im Herbst 2005 wurde die Kulturstätte ARGEkultur, in deren Gebäude das Freie Radio seine Räumlichkeiten hat, in ein neu errichtetes Haus umgesiedelt, wobei die Nutzungsfläche der Radiofabrik von bisher 78 qm auf 120 qm stieg. Damit ergaben sich eine Reihe von Möglichkeiten, die aufgrund der bisher beschränkten räumlichen Situation nicht durchführbar waren.

Seither gibt es nicht nur eigene Räumlichkeiten für den Schulungsbereich, sondern auch zusätzliche Schnittplätze für die Vorproduktion, wodurch das Studio ausschließlich für Live-Sendungen genutzt werden kann.

Seit 2005: Die Radiofabrik im neuen Gebäude der ARGEkultur (Foto 11/2009)
Jahresberichte 2002 - 2005

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Die Radiofabrik 2005 bis 2008

Seit dem Umzug in das neue ARGEkultur-Gebäude gab es für die Radiofabrik wesentliche Veränderungen in den Bereichen Trägerschaft und Organisation, Finanzierung, Technik, Personal, SendungsmacherInnen, Workshops, Projekte und in der Programmgestaltung. Klar erkennbar ist mittlerweile eine Diskrepanz zwischen der immer stärkeren  Resonanz seitens der BürgerInnen von Salzburg (die Mitgliederzahl der Radiofabrik lag 2008 bei 270 Personen) und der im Gegensatz dazu gleichbleibend geringen finanziellen Förderung durch öffentliche Hand.

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Die Radiofabrik wächst

Wenn man einen Blick auf die Anzahl der Vereinsmitgliedschaften der Radiofabrik wirft, ist ein deutlicher Anstieg seit 1999 zu bemerken. 1999 hatte die Radiofabrik 30 Personen und 15 Organisationen als Mitglieder. 2008 waren es 270 Personen und 22 Organisationen.

Die Zahl der Workshops und WorkshopteilnehmerInnen bei der Radiofabrik ist seit 1999 ebenfalls erheblich gestiegen. Für die ersten drei Jahre liegen zwar keine Angaben vor, aber die danach folgende Entwicklung zeigt bis 2004 eine klare Zunahme an Workshopteilnehmern. Die Zahl der WorkshopteilnehmerInnen sank 2005 relativ stark, was vermutlich auf den zeit- und personalintensiven Umzug in die neuen Räumlichkeiten der ARGEkultur zurückzuführen ist. Seit 2006 ist die Teilnehmerzahl im Steigen begriffen und hat 2007 mit knapp 400 Personen, denen das Medium Radio nähergebracht wurde, den vorläufigen Höchststand erreicht.

Der Vereinsvorsitz der Radiofabrik wurde am zwölften Dezember 2007 neu gewählt, darin sind nun zwei Frauen und drei Männer aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Journalismus vertreten.

Finanzen

1998 waren es noch 5.790 € Jahresbudget (!), mit denen die Radiofabrik auf Sendung ging. 2003 waren es 205.000 € und seit 2006 sind es etwa 370.000 € pro Jahr. Der Plan-Umsatz für das Jahr 2008 liegt bei etwa 350.000 €.

Die Radiofabrik finanziert sich inzwischen vor allem durch Projekte, die von der Europäischen Union finanziell gefördert wurden. Förderungen durch Stadt und Land, Dienstleistungen wie Schulungen und Workshops, Mitgliedsbeiträge und Sponsoring spielen finanziell eine immer geringere Rolle. Lag der Anteil von EU-Projekten am Gesamtumsatz der Radiofabrik im Jahr 2004 noch bei 38%, so waren es 2008 bereits 70%. Die Radiofabrik führt EU-Projekte meist als so genannter „Lead Partner“ durch und muss daher Auszahlungen an die anderen Projektpartner tätigen. 2008 waren es 105.000 €, die die Radiofabrik an seine Projektpartner auszahlte. Die Höhe der Fördergelder von Stadt und Land ist nach wie vor nahezu unverändert. 2004 machten die Förderungen von Stadt und Land Salzburg noch 21% bzw. 7% des Budgets aus. Heute sind es nur noch 12% (Stadt) bzw. 4% (Land). 2004 wurden 34% des Budgets durch Dienstleistungen, Mitgliedsbeiträge und Sponsoring erbracht. 2008 waren es etwa 14%.

Budget der Radiofabrik setzt sich 2008 aus folgenden Teilen zusammen:

-         Förderungen der Stadt Salzburg: 42.500 €

-         Förderungen des Landes Salzburg: 14.000 €

-         Umsätze aus Projekten: 230.000 €

-         Auszahlungen aus Projekten: 120.000 €

-         Dienstleistungen, Mitgliedsbeiträge und Sponsoring: ca. 49.000 €

Das reale – für operative Tätigkeiten zur Verfügung stehende – Budget der Radiofabrik für 2008 beläuft sich auf ca. 250.000 €.

Im Juni 2008 gab der Geschäftsführer der Radiofabrik, Alf Altendorf, den tatsächlichen Bedarf eines Freien Radios mit zwei Sendestandorten, wie es die Radiofabrik mit ihren Sendefrequenzen 107,5 Mhz und 97,3 Mhz ist, mit ca. 390.000 € jährlich an. Diese Berechnung beruht auf offiziellen Zahlen des VFRÖ (Verband Freier Radios Österreich). Daraus ergibt sich eine Unterfinanzierung des Senders von ca. 150.000 € pro Jahr. Daher wird derzeit die Möglichkeit, einen Anteil der Landesmedienabgabe Salzburg durch Gebührensplitting zu lukrieren (ähnlich, wie es in Wien bei Radio Orange und dem Community TV-Sender Okto bereits der Fall ist), von der Radiofabrik diskutiert und auch gefordert. Eine ähnliche Forderung wurde bereits 2005 gestellt, damals allerdings in Bezug auf den bundesweiten Digitalisierungs- und Fernsehfilmförderungsfond der Rundfunk- und Telekommunikationsbehörde, welcher sich aus einem Teil der Rundfunkgebühren speist.

Innovationen

(YARM, Hermann Huber)

Bereits seit 2004 verfügt die Radiofabrik über ein Sendeautomations-Programm. Es trägt den Namen YARM (Yet Another Radio Manager) und wird mittlerweile auch bei zahlreichen anderen Freien Radios eingesetzt. YARM ermöglicht beispielsweise ein frühzeitiges Umschalten zwischen Studio-Livebetrieb und vorproduzierten Sendungen. Zusätzlich wird das Programm bei der Radiofabrik dafür eingesetzt, die BBC-Weltnachrichten per Satellitensignal in Echtzeit zu übernehmen. Außerdem werden seit 2006 auch die Sendungen der Campus-Radios der Universität Salzburg („Campusradio“) sowie der Fachhochschule Salzburg („Radio X-Stream“) mittels YARM übernommen. YARM ruft den jeweiligen Webstream automatisch auf und speist das Signal in die Ablaufsteuerung der Radiofabrik ein. Die Webstream-Technologie ermöglicht auch Live-Übertragungen von Konzerten, Konferenzen und ähnlichen Events außerhalb des Radiofabrik-Studios. Am ersten Mai 2007 wurde beispielsweise die Veranstaltung „Reclaim the Park“, ein Treffen von Globalisierungskritikern im Salzburger Lehener Park mit sieben Stunden Live-Programm und Interviews aus einem Übertragungswagen gesendet. Im Juni 2007 wurden anlässlich des G8-Gipfels in Heiligendamm (Deutschland) täglich zwei Stunden Programm von den Freien Radios in Rostock übernommen. Im Oktober 2007 fand eine Live-Übertragung eines Benefiz-Konzerts zugunsten des Salzburger Freizeit- und Jugendzentrums MARK statt, welches auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten war. Ebenfalls im Oktober 2007 übernahm die Radiofabrik täglich eine Stunde lang den Live-Webstream von „Literadio“, welches speziell von der Frankfurter Buchmesse sendete. Die größte Distanz wurde am 20. Oktober 2007 ebenfalls mittels Webstream überwunden. An diesem Tag fand ein Konzert in der Großen Aula des Mozarteums Salzburg statt, bei welchem unter anderem Werke des peruanischen Komponisten Alejandro Nuñez Allauca gespielt wurden. Der Livestream wurde vom peruanischen Klassik-Sender Radio Filarmonía übernommen. 2008 wurde das „MOZfest“ der Salzburger Mozarteum Studierenden live übertragen.

Seit 28. Juni 2008 sendet die Radiofabrik auf der zusätzlichen terrstrischen Stützfrequenz 97,3 MHz. Dadurch verbesserte sich der Empfang vor allem in Salzburg Süd und im Tennengau. Die Reichweite hat sich zusätzlich dazu im Süden bis nach Golling, im Osten bis Koppl, im Norden bis Eugendorf und im Westen bis Berchtesgaden erweitert. Um die tatsächliche technische Reichweite der Radiofabrik zu ermitteln, wird mittlerweile auch „Google Maps“ (www.radiofabrik.at/frequenzkarte) zu Hilfe genommen und online eine Landkarte zur Verfügung gestellt, auf der man die Empfangsqualität der Radiofabrik am jeweiligen Standort eintragen kann.

Seit 25. September 2008 sendet die Radiofabrik zusätzlich auf der UKW Frequenz 98,6 Mhz im Kabelnetz der Salzburg AG mit einer Reichweite von 42.000 Haushalten in Salzburg Stadt, im Flachgau und im Tennengau. Die potentielle technische Reichweite der Radiofabrik beträgt einer Erhebung der RTR (Stand Juli 2008) zufolge 300.000 Haushalte in und um Salzburg.

Programm

2008 waren auf der Radiofabrik etwa 125 verschiedene Sendungen zu hören, die Zahl ist allerdings jährlichen Schwankungen unterworfen. 2007 kamen beispielsweise 28 neue Sendungen dazu, 14 Sendungen wurden eingestellt. Die Zusammensetzung der Sprachen, in denen auf der Radiofabrik moderiert wird, ändert sich von Jahr zu Jahr, wenn neue Sendungen kommen und alte gehen. In den Jahren 2005 bis 2008 wurden Sendungen in den Sprachen Türkisch, Serbisch, Kroatisch, Bosnisch, Bulgarisch, Kurdisch, Ungarisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch, Chinesisch, Englisch und selbstverständlich Deutsch gestaltet. Im Rahmen von Projekten (z.B. Radiodialoge) werden auch afrikanische Sprachen, wie beispielsweise Somali, gesprochen. Die überwiegende Mehrzahl der Sendungen (ca. 90%) wird in deutscher Sprache moderiert. Mittlerweile hat sich die Programmstruktur mit Sendeschienen für SeniorInnen, Jugendliche und fremdsprachiges Programm bewährt.

Viele Sendungen werden von lokalen Kulturstätten in Salzburg gestaltet, wie zum Beispiel dem Literaturhaus, der ARGEkultur, dem Rockhouse, dem Schauspielhaus Salzburg, dem Toihaus, Jazzit, MARK, dem Infoladen und der Lebenshilfe. Ebenso gibt es Hochschul-Radiosendungen der Universität Salzburg und der Fachhochschule Salzburg, die sich seit 2006 jeden Mittwochvormittag einen Sendeplatz teilen. Eine weitere Besonderheit sind so genannte „Jingles“ für Kulturstätten und deren Veranstaltungen. 2005 wurden beispielsweise 50 Promo-Jingles für Caritas, Greenpeace, Künstlerhaus, ARGEkultur und andere Kulturstätten produziert. Ebenfalls seit 2005 existiert eine Kooperation mit der Salzburger Straßenzeitung „Apropos“, deren monatliche Themen in Jingle-Form angekündigt werden. Apropos veröffentlicht im Gegenzug monatlich ein Inserat mit Programmtipps der Radiofabrik.

Die Zahl der Partnerorganisationen, Kooperationspartner und Förderer der Radiofabrik weist nach oben. Waren es 1999 noch 19 Partner, so ist deren Zahl bis 2007 bereits auf über 80 gestiegen.

Anlässlich des Radiofabrik-Festes 2006 fand ein Jingle-Contest für Sendungsmacher der Radiofabrik statt, welche durch die Unterstützung des Radiofabrik-Teams das Erscheinungsbild ihrer Sendung professioneller gestalten konnten.

Seit Juli 2007 spielt die Radiofabrik mindestens zwei Titel von Salzburger Interpreten pro Stunde. Damit die Zuhörer auch wissen, dass nun „Musik aus Salzburg“ kommt, wird dies stets mittels eines Jingles und einer kurzen Vorstellung der Band deutlich gemacht.

Zusätzlich zu den Sendungen ehrenamtlicher SendungsmacherInnen bietet die Radiofabrik von Montag bis Freitag (2009 muss die Sendung aus finanziellen Gründen vorläufig auf Dienstag und Donnerstag beschränkt werden) ab 17 Uhr ein eigenproduziertes Info-Magazin („Magazin um 5“), welches eine Stunde dauert und live moderiert wird. Inhalt sind aktuelle, lokale Themen der Zivilgesellschaft aus Salzburg, aber auch internationale Themen. 2008 wurden mehr als 300 gebaute Beiträge und Interviews gesendet sowie rund 120 Studiogäste eingeladen und live interviewt. Ein wesentlicher Teil der vorproduzierten Beiträge kam über die Austauschplattformen Cultural Broadcasting Archive http://cba.fro.at und www.freie-radios.net. Die Radiofabrik-Redaktion hat 2008 ihrerseits 20 Beiträge mit Salzburger Themen zum Programmaustausch angeboten, die durchwegs im gemeinsamen Journal der deutschsprachigen Freien Radio, ZIP FM, gesendet wurden. Getragen wird die Sendung einerseits von Praktikanten, die einen Gutteil der redaktionellen Beiträge produzieren, andererseits von einem ehrenamtlichen Moderationsteam.

(ESIS Preisverleihung 2008)
(Georg Wimmer, Verleihung Ploier-Preis 2008)

Auszeichnungen bis 2008

2007 wurden die Radiofabrik-MitarbeiterInnen Mirjam Winter und Marcus Diess für den Eduard-Ploier-Preis in der Sparte Kurzsendungen mit einem Hörspiel aus der Radiofabrik-Wissenschafts-Reihe „Minitalk“ nominiert. (vgl. Radiofabrik Website 2008)

Georg Wimmer, der Programmkoordinator der Radiofabrik erhielt 2007 für sein Radiofeature „Chicles, Cigarillos, Caramelos. Der Streit um die Kinderarbeit“ den Eduard-Ploier-Preis für Erwachsenenbildung und 2008 den Medienpreis der deutschen Kindernothilfe. In der Kategorie Audio/Video war er mit demselben Beitrag Gewinner des Alternativen Medienpreises 2008. Im selben Jahr wurde die Radiofabrik (Georg Wimmer mit Erich Themel) für die Sendung "Das 'Zigeunerlager' Salzburg-Maxglan. Vorhof zum KZ. Ein HörMahnmal" wiederholt mit dem Eduard-Ploier Preis ausgezeichnet, diesmal gemeinsam mit dem Beitrag "Sabotage, Kommunikationsguerilla, Medienphantome und Desinformation" vom Freien Radio FRO (Pamela Neuwirth). Der Preis wurde von der Medienakademie Nürnberg und der Friedrich-Ebert Stiftung vergeben.

Teresa Lugstein, langjährige Sendungsmacherin bei der Radiofabrik (Frauenzimmer), wurde 2008 für den Leading Ladies Österreich Award im Bereich Politik (Politisches Engagement für Frauen) nominiert.

Hier ein Überblick über die nationalen und internationalen Kultur- und Medienpreise, mit denen die Radiofabrik in den letzten Jahren ausgezeichnet wurde.

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Die Radiofabrik 2008 bis 2013

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(Die Jahresberichte der Radiofabrik. Was jährlich geschah seit 1998)

Jahresberichte

Die Jahresberichte der Radiofabrik als PDF zum Download

Jahresbericht 2015 (PDF, 4,3 MB - NEU!)
Jahresbericht 2014 (PDF, 5,6 MB)
Jahresbericht 2013 (PDF, 4,6 MB)
Jahresbericht 2012 (PDF, 4,2 MB)
Jahresbericht 2011
(PDF, 3,6 MB)
Jahresbericht 2010
(PDF, 3,9 MB)
Jahresbericht 2009 (PDF, 4 MB)
Jahresbericht 2008 (PDF, 12,5 MB)
Jahresbericht 2007 (PDF)
Jahresbericht 2006 (PDF)
Jahresbericht 2005 (PDF)
Jahresbericht 2004 (PDF)
Jahresbericht 2003 (PDF)
Jahresbericht 2002 (PDF)
Jahresbericht 2001 (PDF)
Jahresbericht 2000 (PDF)
Jahresbericht 1999 (PDF)

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Quellen

Quellen Radiofabrik bis 1992 - 2005:

Winter, Mirjam. "Freie Radios auf dem Weg in die Professionalität? - Programmspezifika und RadiomacherInnen der Freien Radios am Beispiel der Salzburger Radiofabrik". Magisterarbeit, Salzburg 2005.

Knoche, Manfred/Grisold, Andrea/Hirner, Wolfgang/Lauggas, Meike/Wagner, Ulrike. Endbericht zum Forschungsprojekt. Entstehung und Entwicklung freier nichtkommerzieller Radios in Österreich. Institut für Kommunikationswissenschaft. Abteilung Medienökonomie und Empirische Kommunikationsforschung. Universität Salzburg, 2001

Quellen Radiofabrik bis 2005 - 2008:

GAMS, Michael (2008). Das soziale Feld der Community Medien. Eine explorative Untersuchung über Beteiligte vor und hinter den Kulissen der Community Medien „Okto“ und „Radiofabrik“. Magisterarbeit, Salzburg.

RTR-GmbH (2008). Nichtkommerzieller Rundfunk in Österreich und Europa. Band 3/2008. Wien: Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH.

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