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12.10.2017

Hörenswert: Nikolaj Efendi - "Temper"

 

Ich persönlich freu mich ja immer außerordentlich, wenn ich den Slot am Freitag den 13. bekomm. Da braucht man gar nicht so dramatisch schreiben, weil eh schon alles so spooky und deep ist. Ich machs trotzdem, nicht zuletzt weil sich der Nikolaj Efendi mit „Temper“ ohnehin in ein dramaturgisch nicht unbedingt zurückhaltendes Genre vorwagt: Ins Theater.

Hörenswert. Das RF-Album der Woche ist zu hören am Freitag, 13.10.17 ab 14:08 Uhr, Wh am Donnerstag, 19.10.17 ab 00:00 Uhr.

Die Vorstellung beginnt.

Und genauso klingt es auch. Nikolaj Efendi kann so gut wie alles sehr gut und erfindet sich nicht nur für sein Soloprojekt immer irgendwie neu, sondern ist auch noch der Rebellenführer bei Roy de Roy. Tausendsasser sagt man da wohl (auch weil das Wort wunderbar theatralisch klingt). Aber der musikalische Wind weht diesmal auch nicht von irgendwoher, Efendi ist als Komponist für Theaterproduktionen tätig und schrieb zu „Temper“ auch gleich ein Buch: „Die Stadt, die uns das Feuer nahm“. Transdisziplinär und konzeptual. Und damit sind wir auch schon mitten im Album.

Unterstützt von seiner musikalischen Kumpanin, Wendi Gessner von Wendepunkt, führt Efendi auf „Temper“ gehörgefühlt durch die düstere Lebensgeschichte, vielleicht aber einfach nur durch unterirdische Gänge im Bewusstsein. Es geht um Spannung, Mord und Intrigen, würde ich fast sagen (um im Jargon des Tages zu bleiben), aber das wäre nur halb wahr. Denn auch auf der Metaebene ist der Teufel los. „Temper“ ist die Beobachtung gesellschaftlicher Umbrüche, von Widerstand und Abschied, keineswegs von der einfachen Sorte. Irgendwo zwischen Post- und Artrock im weitesten Sinn und romantic Noise, mit einer Sammlung an Fragen. Is it worth it? Are we done? 

Everyone seeks to live in heaven but no one wants to die.

„Die Stadt, die uns das Feuer nahm“ ist dabei ein Titel der alles beschreibt. Es bleibt offen, ob es nun das Ende oder überhaupt erst der Anfang von dem ist, was gerade passiert. Aber wenn Nikolaj Efendi sich ins Theater begibt, ist man immer gut beraten, sich anzuschließen. Er kommt nämlich am 20. Oktober nach Salzburg und führt „Temper“ im Shakespeare auf. Ja, das kann man so sagen. Und jetzt noch das Totschlagargument:

„Als ob Leonard Cohen und die Einstürzenden Neubauten Fieberträume vertonten.“

Als ob man dagegen irgendetwas einwenden könnte.

Niklolaj Efendi ist am 20. Oktober 2017 live im Shakespeare. Nächste Woche. Kommet und staunet!

 "Temper" von Nikolaj Efendi ist am 22. September 2017 auf (dramatic pause) erschienen.


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