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18.05.2017

Hörenswert: The Wooden Sky – „Swimming In Strange Waters“

 

Freitag, 19. Mai 2017 ab 14:08 Uhr: Von der Prärie in die Gegenwart, das sind die fremden Wasser in denen wir uns derzeit befinden. Das konstatieren auch The Wooden Sky auf ihrem neuesten Album „Swimming in Strange Waters“, gar nicht mal so metaphorisch wie anzunehmen, und thematisieren den Mensch in der Welt, die nichts anderes übrig lässt als zu verunsichern und die Gemüter angespannt zu hinterlassen.

Hörenswert. Das RF-Album der Woche ist zu hören am Freitag, 19.05.17 ab 14:08 Uhr, Wiederholung am Donnerstag, 25.05.17 ab 00:00 Uhr.

Gavin Gardiner, Simon Walker, Andrew Wyatt, Edwin Huizinga und Andrew Kekewich aka The Wooden Sky nahmen die Demos fürs neue Album sehr kanadisch in einem alten Bauernhaus in der Nähe von Quebec auf, allerdings bereits 2014. Anfang letzten Jahres griff man wieder darauf zurück, ohne sie jedoch zu verändern sondern sie in Gardiners Homestudio, im Montrealer Hotel2Tango und einer Kirche in Toronto aufzunehmen und von John Angello (Dinosuar Jr., Sonic Youth, Kurt Vile) mischen zu lassen. Das hört man.

Folkrock überwiegte noch bei “When Lost at Sea” (2007) und retro Soul bei “Every Child a Daughter” (2014). 2017 klingen The Wooden Sky roher und dreckiger, das jedoch sehr konsequent. Angelehnt an Frank Herbert's SciFi Story “Dune” von 1965 – “Survival is the ability to swim in strange water" – durchlebt The Wooden Sky derzeit die Ödnis der Welt, die gleichzeitige Fuck Off-Attitüde und das dann doch wieder nicht-ganz-wurscht-Sein, in einem sich aufwühlenden und sich wieder zurücknehmenden Meer aus Synths, Organ, Drums, Saiten und verzerrter Vocals.
Der Opener „Swimming in Strange Waters“ eröffnet naturgemäß wie die offene Wüste das Spielfeld -und mit Zorn: „Swimming In Strange Waters is my attempt to come to terms with the anger I still have about my grandfather's sexual abuse of my mother and its lasting effects on my family", sagt Gardiner. Das Album, das sich zuvor eigentlich thematisch der Gewalt gegen indigene Frauen widmete, führt the brave poet nun weiter auf die nächste Ebene. Mit psychedelischem Wabbern, bestem Songwriting und mit spürbaren Pferdestärken dahinter.

 “Black Gold” hypnotisiert wie Synth Pop aus den Achzigern, hätte er sich jemals in de Wilden Westen verirrt, “Life is Pain, Life is Beauty” ist hymnisch und dabei nicht antiquiert, „Deadhorse Creek“ ist staubig und treibend und entlarvt die nostalgieverklärten Sehnsucht nach „der guten alten Zeit“, „You’re Not Alone“ zieht sich schließlich auch in den Low-Psy-Rock zurück. Grimmige Märchen scheinen einen wie alte Fehler immer wieder zu verfolgen und wirken auch aus der Distanz noch bedrohlich, wie die metaphorischen fremden Gewässer und die sich zusammenbrauenden dröhnenden Sound-Gewitter.

“Swimming in Strange Waters” ist ein Reflexieren in heavy blues, Folkrock, mit Organ, Verzerrern und viel Staub. Ein Reflexieren des state of the art, ein Wiedergeben der Wege der Welt und der Sünden und während man die Zeit so vorüberziehen sieht fällt mir das passende Zitat von Terry Pratchett ein: People say, life flashed before your eyes before you die – it’s true, it’s called life.

 

„Swimming In Strange Waters“ von The Wooden Sky ist am 7. April 2017 bei erschienen.


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