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"Ich bin keine Minderheit!" Radiofabrik realisiert zum Gedenken an die Roma- und Sinti-Opfer in Salzburg in der NS-Zeit ein Hörmahnmal // Hörmahnmal-Feature erneut für Medienpreis nominiert (Presseinformation 05052009 :: Radiofabrik 107,5 MHZ & 97,3 MHZ

Modellfoto, Künstler Zoltan Pap
Modellfoto, Künstler Zoltan Pap
Caija Stojka beim Interview

"Ich bin keine Minderheit!" Radiofabrik realisiert zum Gedenken an die Roma- und Sinti-Opfer in Salzburg in der NS-Zeit ein Hörmahnmal

Hörmahnmal-Feature erneut für Medienpreis nominiert

Salzburg, am 5. Mai 2009
Millionen Ermordete sind eine abstrakte, unbegreifbare Größe. Die dreijährige Juliana Krems ist ein konkreter Mensch. Ihr Unglück war es, ein "Zigeunerkind" gewesen zu sein. Geboren am 26. April 1940 im so genannten "Zigeunerlager" in Salzburg-Maxglan, deportiert und ermordet im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau am 3. September 1943. So wie Juliana fielen etwa 300 Roma und Sinti, oft als die "vergessenen Opfer" des Nationalsozialismus bezeichnet, in Salzburg dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer: Über Jahre inhaftiert im Sammellager Maxglan, 1943 deportiert und in Konzentrations­lagern ermordet.

Im Gedenken an diese Opfer realisiert die Radiofabrik ein Hörmahnmal: Skulptur und Radiofeature verschmelzen zum Hörmahnmal und machen Erinnerungskultur im öffentlichen Raum seh- und hörbar. Beim Projekt „Niemals Vergessen – ein Hörmahnmal“ geht es um eine lebendige Gedächtniskultur jenseits des Schlussstriches: kein sakrales Entrücken des Gedenkens, stattdessen offene Reflexion und Diskussionen kontroverser Themen.

So wie die Assoziation eines Fuhrwerkes den Bewegungswillen der fahrenden Völker repräsentiert, wird sich auch das Hörmahnmal durch Salzburg bewegen. Ab 9. Juni 2009 ist das Hörmahnmal im Rahmen des Videodrom-Filmfestivals <http://www.romavideodrom.net/> am Gelände der ARGEkultur zu Gast. Das Hörmahnmal soll anschließend in der Stadt Salzburg, optimal an einem Standort mit historischem Bezug, dauerhaft Aufstellung finden.

Die Skulptur aus Kupfer, gestaltet vom in Salzburg ansässigen Künstler Zoltan Pap, beinhaltet im Sockel Audiotechnik sowie Bewegungsmelder, bei Annäherung wird die Audioinstallation „Das Zigeunerlager Salzburg-Maxglan. Vorhof zum KZ. Ein HörMahnmal“ hörbar.

In diesem Feature verlesen Schülerinnen und Schüler die Namen jener Kinder, die in dem Zwangslager interniert waren. Die Namen betteten die Sendungsgestalter in Originalaufnahmen von Überlebenden, Interviews mit HistorikerInnen und Zitaten aus dem kriminalpolizeilichen Amtsschriftverkehr zum so genannten „Zigeunerlager” ein. Die Gestaltung der Sendung erfolgte von Georg Wimmer in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Personen-Komitee Stolpersteine und insbesondere mit dem Historiker Gert Kerschbaumer, der die Namen und Schicksale der Lagerinsassen in mühevoller Arbeit recherchiert hat. Die Sendung wurde 2008 bereits in der Kategorie „Bildung und Wissenschaft“ mit dem Eduard Ploier-Preis ausgezeichnet und steht im Weblog www.hoermahnmal.eu zum Anhören und Download zur Verfügung.

Das Feature „Das ´Zigeunerlager´ Salzburg-Maxglan. Vorhof zum KZ. Ein HörMahnmal“ ist nun auch für den Alternativen Medienpreis 2009 (www.alternativer-medienpreis.de) nominiert, der am 7. Mai 2009 vergeben wird.

Im Rahmen des Projektes geht am am Freitag, 8. Mai 2009 ab 17.06 Uhr auf der Radiofabrik 107,5 & 97,3 MHZ (cablelink 98,6 MHz) erstmals die Sendung ""Ich bin keine Minderheit!" - Aus dem Leben der Ceija Stojka. on air: Ceija Stojka bezeichnet sich selbst als „Zigeunerin“. Sie stammt aus einer Lovara-Familie, die seit dem 19. Jahrhundert in Österreich beheimatet. Unter dem Nationalsozialismus wurde die gesamte Familie in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Der Großteil der Familie wurde ermordet. Ceija Stojka ist eine der bekanntesten Roma-Aktivistinnen. Mit ihrer Biographie "Wir leben im Verborgenen" war sie die erste Romni, die mit einer Schilderung über das Leben der Lovara in Österreich und ihren leidvollen Erfahrungen in den Konzentrationslagern an die Öffentlichkeit ging. (Gestaltung: Georg Wimmer)

Das Projekt *„Niemals Vergessen – Ein Hörmahnmal“* wird von der Radiofabrik Salzburg und Radio Corax in Halle/Saale in Zusammenarbeit mit informellen Partnern (Schulen, der Gedenkstätte „Roter Ochse“, Personenkomitee „Stolpersteine“, Studio West, ARGEkultur, u.a.) durchgeführt.

Das Projekt wird von der Europäischen Kommission aus dem Programm „Europa für Bügerinnen und Bürger – Aktive Europäische Erinnerung“, dem Nationalfond der Republik Österreich und dem Land Salzburg unterstützt.


:: Rückfragenhinweis:

Barbara Winkler: b.winkler(at)radiofabrik(dot)at Tel: 0662/84 29 61-13
Georg Wimmer: g.wimmer(at)radiofabrik(dot)at Tel: 0676/611 83 78

:: Bildrechte & Downloads:
Radiofabrik / frei für Presseabdruck
Modell Mahnmal.jpg, Hörmahnmal.jpg: Modellfoto, Künstler Zoltan Pap, 090403_Caija_Stojka1a.jpg: Caija Stojka beim Interview
Konzept
: Konzept-Höhrmahnmal.doc

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