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Ohrenblicke - Radiokunst von Blinden und Sehenden (2010 - 2012)

Aktuelle Ohrenblicke-News, jede Menge Fotos und natürlich den Ohrenblicke-Podcast via RSS-Feed gibt es für unsere Freund_innen auf Facebook:

http://www.facebook.com/OhrenblickeRadiokunstvonBlindenundSehenden

Ohrenblicke on Air

"Ohrenblicke - Radiokunst von Blinden und Sehenden" war von September 2010 bis September 2011 auf den Frequenzen der Radiofabrik wöchentlich on Air. Montags ab 17:06 Uhr und jeden Sonntag ab 13:00 Uhr auf 107,5 & 97,3 MHZ / Cablelink 98,6 MHZ oder via Live-Stream auf radiofabrik.at.

Gesendet wurden im Wechsel die Beiträge der Radiofabrik, die Magazine von Radio Z und die Features, Collagen und Werkstattberichte von Blinde und Kunst e.V.

Allen Interessierten stehen die Beiträge zum Nachhören im Archiv des Projekt-Weblogs, über gängige Podcast-Verzeichnisse und zum Programmaustausch über das Cultural Broadcasting Archive zur Verfügung.

 



Ausgangssituation

Blinde Menschen hören aufgrund ihrer Behinderung in der Regel bewußter als Sehende. Selten haben sie aber die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten kreativ einzusetzen. Mit dem von der Europäischen Union geförderten Projekt „Ohrenblicke – Radiokunst von Blinden und Sehenden“ werden solche brachliegenden Potentiale genutzt. Im Rahmen von "Ohrenblicke" produzieren blinde und sehbehinderte RadiomacherInnen in Köln, Nürnberg und Salzburg Sendungen und Beiträge zu selbstgewählten Themen. Denn Radio ist ein Medium, das von blinden, seh­behinderten und sehenden Menschen gleichermaßen genutzt werden kann.

Wesentliches Ziel von Ohrenblicke ist, dass Blinde und Sehbehinderte eigenständig im Radio arbeiten können. In Workshops zu den Themen Sprechen und Stimme, digitaler Audioschnitt, Medienrecht und kreative Sendungsgestaltung wurden und werden die Redaktionsmitglieder schrittweise an die Herausforderungen einer Radioproduktion herangeführt.

 

(Logo & Graphic Design: Rita Bürgler 2010, www.ritabuergler.com)

Die Ohrenblicke-Redaktionen

Severin Spitzer on Air in der Radiofabrik

Das Projekt "Ohrenblicke" bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Kunst/Kultur und sozial-integrativem Anspruch. Im Vordergrund steht die gemeinsame Gestaltung von Radiosendungen. Die Gruppen in Köln, Nürnberg und Salzburg umfassen jeweils zwischen neun und zwölf Personen. Wie alle gesellschaftlichen Gruppen setzen sich auch die Ohrenblicke-Redaktionen sehr heterogen zusammen, die TeilnehmerInnen bringen unterschiedlichste Interessen und Fähigkeiten ein. So ist in der Salzburger Ohrenblicke-Gruppe das jüngste Redaktionsmitglied 12 Jahre alt, der älteste Teilnehmer feierte kürzlich seinen 70 Geburtstag.
Im Rahmen des Projekttreffens in Salzburg von 28. - 31. 2010 Oktober tauschten die Redaktionsgruppen erstmals direkt ihre Erfahrungen aus und gingen gemeinsam live on Air.

Seit Beginn des Projekts im Oktober 2009 wurden mehr als ein Dutzend Beiträge, Features und Magazinsendungen produziert, die über den Projekt-Weblog www.ohrenblicke.eu zum Nachhören und Download zur Verfügung stehen. Die redaktionellen Themen reichen von den Reiseerfahrungen eines blinden Rucksacktouristen über Musikerportraits bis hin zu einem Feature über ein Fotoprojekt von Blinden. Genauso sind in den Sendungen aber auch technische Hilfsmittel ein Thema, die Sehbehinderten den Alltag erleichtern.

Inhaltlich und technisch wird das Projekt in Salzburg von MitarbeiterInnen der Radiofabrik begleitet, wo schon vor dem Start des Projekts ein blinder Radiomacher regelmäßig on air ging. Durch seine mehrjährige Erfahrung im Radiomachen ist Severin Spitzer zu einem unverzichtbaren Mitglied für die Redaktions­gruppe in Salzburg geworden. Mittlerweile konnte er seine Fähigkeiten soweit vertiefen, dass er auch als Workshop-Referent für blinde RadiomacherInnen im Bereich Audio­schnitt tätig ist.

 

Papa Joe bei seinem ersten Aufnahmetermin

Aus dem Projekt Ohrenblicke ist überdies die zweite Sendung der Radiofabrik hervor­ge­gangen, die regelmäßig von einem blinden Radiomacher gestaltet wird: Papa Joe's Garage geht zweimal im Monat über den Äther und entwickelte sich rasch zu einer Plattform für NachwuchsmusikerInnen aus dem Großraum Salzburg.


Radiopreis der Erwachsenenbildung für Ohrenblicke

Sendestudio mit Brailleschrift. In der Radiofabrik wurde ein blinder- und sehbehindertengerechter Arbeitsplatz eingerichtet.

Die Radiofabrik gewinnt neuerlich den Radiopreis der Erwachsenenbildung. In der Sparte „Experimentelles/Interaktives“ geht der Preis ex aequo an die Ohrenblicke-Redaktion der Radiofabrik sowie an „Im Sumpf“ von FM4. Aus einer Rekordzahl von 106 Sendungen von 11 Sendern kürte die Jury Anfang November in sieben Kategorien die diesjährigen Sieger beim Radiopreis der Erwachsenenbildung. Die Auszeichnungen gehen diesmal an Ö1, FM4, Radio Orange sowie an die Radiofabrik Salzburg. Die Radiofabrik wird somit zum vierten Mal in Folge mit diesem wichtigen Radiopreis geehrt.

Der Sieg der Salzburger Ohrenblicke-Redaktion für den österreichischen Radiopreis der Erwachsenenbildung in der Sparte Interaktives/Experimentelles ist ein beachtlicher Erfolg und zeigt, dass die Sendungen durchaus ansprechendes Niveau haben. In der prämierten Sendung wurde unter anderem eine Fotoprojekt von Blinden gefeatured und der angeblich korrekte Sprachgebrauch im Umgang mit Blinden und Sehbehinderten hinterfragt. Vorgestellt wurde dabei auch die neue Technologie StudioGuard, eine Entwicklung von Marcus Diess, die Blinden und Sehbehinderten die Bedienung eines Radiostudios ermöglicht.

 


Ohrenblicke bei SozialMarie 2011 ausgezeichnet

Das Projekt "Ohrenblicke. Radiokunst von Blinden und Sehenden" der Radiofabrik wurde bei der SozialMarie 2011 prämiert. Mit der Sozialmarie werden alljährlich sozial innovative Projekte ausgezeichnet. Heuer gab es einen Rekord an Einreichungen. 267 Projekte aus Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien hatte die Jury zu sichten und zu bewerten. Ohrenblicke wurde dabei auf den den hervorragenden 4. Platz gereiht. Bei der Preisverleihung am 1. Mai im Radiokulturhaus in Wien nahmen Papa Joe und Barbara Winkler für die Ohrenblicke-Redaktion die Auszeichnung entgegen.

Für die Ohrenblicke ist die SozialMarie nach dem Radiopreis der Erwachsenenbildung die zweite Auszeichnung. (www.sozialmarie.org)


Barrierefreiheit in Medien & StudioGuard

Blindengerechter Schnittplatz ausgerüstet mit dem StudioGuard-System

In der Radioproduktion sind die Anzeigen von technischen Parametern sowie die Bedienungselemente auf Mischpulten in der Regel optisch ausgeführt. Radio ist somit blinden und sehbehinderten Menschen kaum zugänglich. Diese Erkenntnis hat den technischen Leiter der Radiofabrik, Marcus Diess, zur Entwicklung eines Gerätes veranlasst, das optische Signale in akustische Signale oder in Braille-Schrift übersetzt. StudioGuard, so der Name dieser neuen Technologie, bietet blinden Menschen die Möglichkeit, selbständig im Bereich der Tongestaltung bzw. Tontechnik tätig zu werden. Das System analysiert das zu bearbeitende Audiosignal und generiert für den Nutzer taktil, akustisch aber auch optisch interpretierbare Information über die im professionellen Tonstudio-Betrieb notwendigen Audioparameter.

Da heute intensiver an der Integration behinderter Menschen in allen Lebensbereichen gearbeitet wird, stellt diese Erfindung einen weiteren Schritt in Richtung barrierefreier Arbeits­plätze dar. Aber auch für sehende Anfänger im Bereich der Tontechnik kann das StudioGuard-System eine optimale Unterstützung sein, um die komplexen technischen Standards einzuhalten.

Auch der Einsatz neuer Medien ist wesentlicher Bestandteil des Projektes Ohrenblicke. Barrierefreie elektronische Kommunikation stellt dafür eine Voraussetzung dar. Die Projektergebnisse stehen über den Weblog www.ohrenblicke.eu allen Partnern und Interessierten zum Nachhören und Downloaden zur Verfügung.

 



Video Ohrenblicke & Studioguard: Blinde machen Radio (10/2010)

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Partner

Der Verein "Blinde und Kunst" gibt blinden und sehbehinderten Künstlern Raum für die Präsentation ihrer Kunst und fördert sie in ihrem Schaffen. Ebenso werden neue künstlerische Darstellungsweisen gemeinsam entwickelt. In Deutschland, Belgien und Österreich wurden zahlreiche Events und Kunstausstellungen in völliger Dunkelheit organisiert. „Blinde und Kunst“ produziert regelmäßig Sendungen für den Bürgerrundfunk in Köln.

Radio Z ist ein Freies Radio im Großraum Nürnberg, das von einem gemeinnützigen Verein mit 1.300 Mitgliedern getragen wird. Es gilt damit als das größte der über 30 freien Radios in Deutschland. Ein Schwerpunkt liegt in der medienpädagogischen Arbeit mit Zielgruppen, denen der Zugang zu den Massenmedien versagt bleibt. So gestalten seit über zehn Jahren Menschen mit verschiedenen Behinderungen eine monatliche Radio-Sendung, auch blinde Menschen gehören zu den Redakteuren.

Mira Media ist eine Medien-Kooperative, die 1986 in Utrecht von den wichtigsten migrantischen Organisationen in den Niederlanden gegründet wurde. Seidem hat Mira Media den Begriff der Multikulturalität bzw. der Interkulturalität über ein Verständnis von verschiedenen Ethnien hinaus weiter entwickelt. So werden Medientrainings auch für Menschen mit Beeinträchtigungen durchgeführt.


Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt  allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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